Zukunft der Achenseebahn

Seit nunmehr 125 Jahren fährt die Achenseebahn mit ihren 4 Dampflokomotiven und den Wagen aus der Gründerzeit an die Südspitze des Achensees. Nach dieser langen Zeit steht nunmehr nach der Steilstreckensanierung auch eine umfangreiche Erneuerung der Gleisanlagen insbesondere auf der Flachstrecke und im Bahnhof Jenbach an. Nach einer so langen Betriebszeit haben sich auch die Anforderungen an die Infrastruktur verändert. Allein die Bestimmungen aus der Eisenbahnkreuzungsverordnung erfordern zukünftig hohe Investitionen, so dass es jedenfalls sinnvoll ist, sich im Rahmen der Erneuerung der Bahnanlagen auch um Optimierungen zu bemühen, die die Investitionsbedarfe in technische Eisenbahnsicherungsanlagen vermindern.

 

Jenbach

Die Gleisanlagen am Bahnhof Jenbach sind über 25 Jahre alt und waren zum Zeitpunkt des Einbaus schon gebraucht. Der geplante Ersatz sieht eine freizügige Ausfahrt aus den bestehenden Verkehrsgleisen sowohl in Richtung Heizhaus als auch Strecke vor. Aus dem dritten Verkehrsgleis im Plan erfolgt zusätzlich die Einfahrt in die Werkstätte und Wagenhalle.

Fischl

Seit Jahrzehnten erreichen die Züge der Achenseebahn nicht jedes Linienschiff am See. Eine zeitlich außermittige Zugkreuzung der Dampfzüge ist dafür verantworlich. Obwohl der "Umfahrungsbahnhof" für die Dampflokomotiven weiterhin Eben bleibt, kann mit einer Zugkreuzung in Fischl ein 60 Minuten Takt mit den Dampfzügen angeboten werden, womit jedes Achenseeschiff erreichbar wäre. Für Bahndienstzüge ist die Ausweichstrecke ebenfalls erforderlich. 

Eben

Im Bahnhof Eben residierte ab 1889 mit Johann Obholzer der erste Bahnmeister der Achenseebahn. Die Erneuerung des Bahnhofes erfolgt ebenfalls in einer Art und Weise, dass im Bahnhof auch dann Zugkreuzungen abgewickelt werden können, wenn eine bergfahrende Dampflok ihren Wagenzug umfährt. Am Abstellgleis steht geplant ein Bahndienstfahrzeug, sodaß zielgerichtet sowohl in die Flachstrecke als auch die Steilstrecke im Rahmen der Bahnerhaltung eingefahren werden kann. 

Maurach

Was schon einmal war, war offenbar so gut, dass es wieder kommen soll. Sowohl für Dampfsonderzüge wie für Bahndienstzüge ist eine Ausweichmöglichkeit in Maurach unbedingt erforderlich. Im Archiv der Achenseebahn (wahrscheinlich aus den 70iger Jahren des vorigen Jahrhunderts) ist ein Dampfzug in einer zweigleisigen Haltestelle Maurach dokumentiert. Die Ausgestaltung der Eisenbahnkreuzung auch wieder mit dem zweiten Gleis wurde bereits geprüft und im Ergebnis konnte festgestellt werden, dass sich die Anlageverhältnisse sowohl für die Schiene als auch die Landesstraße verbessern lassen.

Maurach Mitte

Die Haltestelle Maurach - Mitte hat sich sehr bewährt. 123 Jahre mußte die Fahrgäste auf diese Einstiegsmöglichkeit warten. An der Haltestellenanlage selbst ist nichts zu ändern, lediglich der Bahnsteig ist an ein zukünftiges Normmaß anzupassen.

Köglübersetzung / Lärchenwiese

Die Flachstrecke stammt in ihren Anlageverhältnissen noch aus der Gründerzeit der Achenseebahn. Schon 1921 hat sich der Sägeunternehmer Kögl Gedanken gemacht, die gegenseitigen Wechselwirkungen zwischen Straße und Schiene zu entflechten. 

Dieser Gedanke wird nunmehr aktuell wieder aufgenommen und die selbe Idee neuerlich zu Papier gebracht, innerhalb der bestehenden Flächen Straße, Radweg und Schiene so zu tauschen, damit ca. 5 Eisenbahnkreuzungen nicht technisch zu sichern sind. Der dafür vorzusehende Investitionsbetrag von ca. € 1,5 Mio. ist besser in die Modernisierung der Strecke zu investieren. Nach der neuen Eisenbahnkreuzungsverordnung wird es notwendig sein, dass die EK Lärchenwiese und die EK Köglübersetzung jedenfalls technisch gesichert werden müssen. Diese Doppelinvestiion kann mit dem geplanten Trassentausch entfallen. Insbesondere das leidige "Stopptafelthema" kann bei der Ergänzung der neuen Kreuzungssituation mit einer technischen Sicherungsanlage entfallen.

Lärchenwiese Kreisverkehr

Die selben Gedanken von Kögl und neu interpretiert in der vorstehenden Lösung können auch anders gelöst werden. Zusätzlicher Grundverbrauch und eine komplexere Kreuzungssituation, die dann erst technisch gesichert werden müßte, läßt diesen Lösungsansatz allerdings ausscheiden.

Seespitz

Im bestehenden und bereits erneuerten Bahnhof Seespitz mündet die Strecke ein. Im Abschnitt zwischen der heutigen Köglübersetzung und der Bahnhofseinfahrt von Seespitz wird lediglich die Trasse zwischen Radweg und Achenseebahn getauscht. Damit kann sichergestellt werden, dass einige Eisenbahnkreuzungen zwischen Radfahrer und der Eisenbahn entfallen können.