Die Strecke

Die Achenseebahn hat ihren Ausgangspunkt am Bahnhof Jenbach, welcher einer der seltenen 3-Spurweiten Bahnhöfe ist.

3 verschiedene Verkehrsunternehmen mit drei verschiedenen Traktionsformen und drei verschiedenen Spurweiten treffen hier zusammen: Die Achenseebahn mit Meterspur, die österreichischen Bundesbahnen mit Normalspur (1,435m) und die Zillertalbahn mit ihrer Spurweite von 760mm.

 

Kurz nach dem Bahnhof Jenbach beginnt die Zahnradtrasse. Ab der Bedarfshaltestelle Burgeck bei km 1,4 beginnt die größte Steigung über die weitere Trasse mit 160%o.

Vom Berghang hoch über Jenbach hat der Fahrgast einen herrlichen Blick über das Inntal und die umliegende Bergwelt bis zu den Stubaier Alpen und dem Wilden Kaiser.

 

Nach 30 Minuten Fahrzeit erreicht man den höchsten Punkt der Bahntrasse: der Ausweich- und Scheitelbahnhof Eben, km 3,62, in 970 Meter Seehöhe.

 

Knapp vor dem Bahnhof Eben endet die Zahnstrecke und führt nach Eben als Reibungsstrecke mit einem Gefälle von 25 %o weiter bis zur Endstation Seespitz.

Der Bahnhof Eben besitzt als einziger Bahnhof ein Ausweichgleis. Hier kreuzen bei Bedarf Berg- und Talzug und das Umkoppeln der Lokomotiven wird hier vorgenommen.

 

Aus Sicherheitsgründen werden bergwärts Züge geschoben und talwärts gezogen.

 

Nach kurzer Fahrt wird noch der Bahnhof Maurach und später Maurach Mitte erreicht, bevor es zur Endstation Seespitz geht, welche auch Anlegestelle für die Achenseeschiffahrt ist.

 

 

  • Streckenlänge 6,76
  • Höhendifferenz 440m
  • Höchsteigung 160 Promille
  • Durchschnittssteigung 130 Promille

Trassenbau

Achenseebahner sind nicht nur Lokführer, Heizer, Zugbegleiter, Bremser, Werkstattler und Gleisbauer, sie arbeiten auch in allen Bereichen der Infrastruktur. In den Jahren 2014 und 2015 wurden alle Stützmauern, Durchlässe, Brücken und Entwässerungsgerinnen freigelegt, gereinigt, eingehend untersucht und saniert. Dabei haben sich die Mitarbeiter der Eisenbahn als wahre Steinbaumeister gezeigt, die mit großer Umsicht und Liebe zum historischen Detail die grandiosen Steinbauwerke entlang der Bahntrasse ausgegraben, saniert und wieder in Funktion gesetzt haben.
 
Die Trasse ist dabei insbesondere in der Steilstrecke ein sehr interessanter Lehrpfad, bei dem alle Formen der Steinbaukunst für eine Eisenbahn wiederum besichtigt werden können. Nach einer Bergfahrt, z. B. mit dem jeweils ersten Zug gibt es für angemeldete Gruppen beim Kirchenwirt am Bahnhof Eben Kaffee und Kuchen. Dort erfolgt durch einen Mitarbeiter der Achenseebahn AG eine Einführung in den Trassenbau der Achenseebahn über die unterschiedlich umgesetzten Bauformen. Nach einer "Einschulung" über das Verhalten im Gleisbereich, legen die Teilnehmer eine gelbe Warnweste an und die Gruppe begibt sich dann mit festem Schuhwerk zu Fuß auf die "Reise" talwärts, um das Gehörte dann auch zu sehen. Für diese Steinbauwanderung ist ein halber Tag einzuplanen. Für jeden interessierten Eisenbahnfreund ist dieses Angebot sicher ein interessantes Erlebnis.
 

Geführte Bergfahrt mit Erklärung bei Kaffee und Kuchen und Steinbauwanderung vom Bahnhof Eben talwärts € 35,--/Person. Wir beraten Sie gerne.

Durchlass

Rohrdurchlass Nr.5 in Bahnkilometer 1,775. ( Nov. / Dez. 2015 )

Wurzelstöcke und Schuttmaterial wurden mit einem Kleinbagger entfernt und 1,5 Meter in die Tiefe war das Bauwerk durch Geschiebematerial verlegt. Nach vollständiger Freilegung, und Stabilisierung des Mauerwerkes funktioniert der Durchlass wieder.

Rohrdurchlass Nr.6 in Bahnkilometer 1,875. ( Dez. 2014 ).

Vorher und Nachher ist ein beeindruckender Vergleich. Beide Häupter wurden ausgegraben. Der Geschiebekasten und die Entwässerungsrinne freigelegt.

Rohrdurchlass Nr.8 in Bahnkilometer 2,185.( April / Mai 2014 ).

Die Stützmauer unterhalb Fischl wurde von schädlichen Baumbewuchs befreit, das Mauerwerk gereinigt und mit Beton verfugt. Das Unterhaupt ist freigelegt und das lange Durchlassrohr händisch geräumt. Ein beeindruckendes Bauwerk in Stein.

Gewölbedurchlass Nr.9 in Bahnkilometer 2,372. ( Nov. / Dez. 2014 ).

Der Bagger steht auf dem verschwundenen Oberhaupt. Nach Ausgrabungsarbeiten zeigt sich das Oberhaupt fast unversehrt. Die Wasserzuleitungsrinnen wurden ausgegraben und wieder in Funktion gesetzt. Steinbaukunst vom Feinsten aus 1889.

Plattendurchlass Nr.10 in Bahnkilometer 2,515. ( Dez. 2014 ).

Kaum zu glauben, wie das Unterhaupt beim Zillertalblick vor und nach der Sanierung aussieht. Der Plattendurchlass wurde gereinigt Ober- und Unterhaupt ausgegraben und die bergseitigen Zulaufrinnen freigelegt und wieder in Stand gesetzt.

Rohrdurchlass Nr.11 in Bahnkilometer 2,653. ( Dez. 2014 ).

Die Brücke unter Eben wurde im Sockel-mauerwerk saniert, bis zur ursprünglichen Durchgangshöhe ca. 1 Meter ausgegraben, das Wegniveau angepasst und die angrenzende Stützmauer neu aufgebaut. Die Funktion ist damit zukünftig gewährleistet.

Rohrdurchlass Nr.12 in Bahnkilometer 2,950. ( Juni. 2014 ).

Nach dem Ausgraben des Sandloches zeigen sich Oberhaupt und Unterhaupt in altem Glanz. Die Entwässerung durch den Bahndamm funktioniert wieder. Der über Jahrzehnte eingetretene Trampelpfad entlang der Gleisachse musste „umgelegt“ werden. Wie dieser auf Höhe des Gleisniveaus entstehen konnte, weiss niemand.

Gewölbte Unterfahrt Nr.13 in Bahnkilometer 3,533. ( Aug. 2014 ).

Der Hohe Damm wurde mit entsprechenden Pflegemaßnahmen gewartet, die Rohrableitung zum Unterhaupt freigelegt und geräumt, sodass dass ausgegrabene Unterhaupt noch abschließend mit Beton verfugt werden kann.

Plattendurchlass Nr.14 in Bahnkilometer 3,991. ( Nov. 2014 ).

Wer suchet der findet. Nach Ausgraben, Freilegen und Räumen ist der Durchlass wieder in neuem Glanz und funktionsfähig. Das Umgebungswasser kann daher nicht mehr im Bahndamm versickern, sondern wird ordnungsgemäß abgeleitet.

Rohrdurchlass Nr.15 in Bahnkilometer 4,227. ( Dez. 2014 ).

Nach Ausgraben des Oberhauptes und Sanierung des Durchlasskanales wird das freigelegte Unterhaupt mit Beton neu verfugt und das Bauwerk damit wieder betriebssicher.

Rohrdurchlass Nr.16 in Bahnkilometer 4,430. ( Dez. 2014 ).

Wo ist der Durchlass? Diese Frage wurde nach umfangreichen Grabungs- und Betonierungsarbeiten beantwortet. Der Durchlass zeigt sich nun im sanierten Zustand in neuem Glanz. Das Mauerwerk ist neu mit Beton verfugt.

Gewölbte Brücke Nr.17 in Bahnkilometer 4,767. ( Dez.2014 ).

Nach 126 Jahren immer noch kein Problem. Steinbaukunst anno 1888 funktioniert. Tagtäglich fahren die Dampfzüge der Achenseebahn während der Betriebszeit über dieses Bauwerk. Von der Tragfähigkeit betrachtet, können es durchaus auch andere Triebfahrzeuge sein.