Werkstatt

In der Werkstätte werden sämtliche Reparaturen und die jährlichen Revisionen an den Dampflokomotiven und Wagen durchgeführt.

 

Von November bis April werden alle Lokomotiven komplett zerlegt und für die neue Saison auf Vordermann gebracht, damit wir pünktlich am 1. Mai wieder dampfen!

 

Die Werkstätte kann unter vorheriger Anmeldung um € 7,-/Person inklusive Aperitif in der historischen Werkstatt besichtigt werden.

Revision 2015/2016

Während in der Sommersaison gefahren wird, steht im Winterhalbjahr die Revisionsarbeit an allen Dampflokomotiven und Wagen an. Die Mitarbeiter der Stammmannschaft sind sehr versiert im Umgang mit dem historischen, aber bestens gepflegten Rollmaterial. In einem Winterhalbjahr alle Fahrzeuge zu zerlegen, zu revidieren, die Ersatzteile zu fertigen und die Betriebsmittel wieder zusammenzubauen und in einen betriebsfähigen und sicheren Zustand zu versetzen ist eine enorme Leistung, die nur dadurch möglich ist, weil sich Achenseebahner mit allen Metallbau- und -bearbeitungsverfahren wohl fühlen.

Es gehört zur Arbeitsvorbereitung, dass die erforderlichen Werkzeuge vor dem Arbeitsbeginn aufgelegt werden. Die Revisionsarbeiten im Winterhalbjahr 2015/16 erfolgen nach der Produktionsplanung des Betriebsleiters und werden in der Verantwortung des Werkstättenleiters mit der Werkstattmannschaft durchgeführt. Die exakte Planung ist die Voraussetzung, dass alle erforderlichen Arbeiten an Lokomotiven und Wagen durchgeführt werden können und am 1. Mai 2016 die neue Fahrsaison wieder beginnen kann.

Nach einem erfolgten Aufbau der Antriebswelle mit dem Einbau eines neuen Traktionszahnrades und dem Ersatz einzelner Lager, ist die Antriebswelle für die Dampflokomotive Nr. 3 fertig zum Einbau. Gerade für die Lagerbuchsen ist die Drehmaschine in der Werkstätte besonders wichtig, um die Teilefertigung mit der erforderlichen Passgenauigkeit durchzuführen.

Nach einer inneren und äußeren Untersuchung steht der Lokomotivkessel bereit für die erforderlichen Kesselreparaturen, dabei steht insbesondere neben den Tausch von Stehbolzen auch die Untersuchung des Bodenrings an. Gemäß dem Bericht des Kesselinspektors wird ein Kessel nach dem anderen aufgearbeitet und der Werkstättenleiter achtet darauf, dass die Kessel für die nächste Fahrsaison wieder betriebsfähig sind.

Aus dem Lokomotivrahmen Nr. 3 ist die Antriebswelle ausgebaut. Das Traktionszahnrad ist von der Welle bereits abgehoben und wird ausgetauscht. Im Bild die noch eingebauten Getriebezahnräder. Entgegen der Ursprungsausführung aus 1889, welche noch in der Lokomotive Nr. 1 verbaut ist,   sind diese Zahnräder bei allen  Dampflokomotiven schräg verzahnt, was einen kontinuierlichen Kraftschluss ermöglicht.

Der Lokomotivrahmen Nr. 2. nach erfolgten Arbeiten an Kolben und Dampfzylindern neben dem Rohmateriallager. Die Mitarbeiter haben die Fahrwerksuntersuchung abgeschlossen. Der Zusammenbau am Fahrwerk erfolgt. Nach Abschluss dieser Arbeiten an allen Dampflokomotiven stehen die Dampfkesselarbeiten an.

Die Getriebewelle ist nach erfolgter Ultraschalluntersuchung in einwandfreien Zustand. Die Antriebswelle ist ebenfalls bereits untersucht und ohne Beanstandung geblieben. Die kontinuierliche Wartung, auch während der Fahrsaison macht sich bezahlt. Im nächstfolgenden Schritt ist wiederum der Einbau der Steuerung vorgesehen und erst am Schluss werden die Kuppelstangen angebaut.

Werkstättenleiter Thumer fertigt eine Produktionslehre um die nachfolgenden Werkstücke passgenau zu bearbeiten. Eine Vorbereitungsarbeit, die enorm wichtig ist, um die spätere Teilefertigung mit höchster Präzision durchzuführen. Gerade bei der Metallbearbeitung ist Funkenflug unausweichlich und ein Gesichtsschutz daher unerlässlich.

Das Getriebe der Lokomotive 2 ist nach der erfolgten Untersuchung und Aufarbeitung mit dem Antriebszahnrad wieder eingebaut. Alle Teile sind in Ordnung und entsprechen den erforderlichen Qualitätsstandards. Obwohl die Dampflokomotiven bereits 126 Jahre alt sind, sind die Bestandteile durch eine kontinuierliche Wartung und Erneuerung in einem technisch einwandfreien Zustand. Die Getriebezahnräder sind zum Schutz eingehaust.

Der Personenwagen ist angehoben und die Laufachsen sind ausgebaut. Während an dem Wagen das Bremszahnrad revidiert und das zugehörige Lager getauscht werden muss, erfolgen durch die Werkstätte der Achenseebahn die erforderlichen Arbeiten am Fahrgestell. Die Prüfung der Federbrieden, der Wagenrahmen und der Bremsgestänge für beide Bremssysteme, steht im Vordergrund.

Der Wagenkasten des Personenwagens ist bereits untersucht. Die Holzkonstruktion des Passagierraums ist mängelfrei und wieder bereit für die nächste Fahrsaison. Im Rahmen des Produktionsplanes für die Revisionszeit folgen die weiteren Personenwagen. Die Mannschaft der Achenseebahn ist mit Herz bei der Sache und freut sich über jede gelungene Revisionsetappe.

Der Wagen Nr. 6 verfügt über eine elektrische Ausrüstung zur Wagenstromversorgung. Damit ist zusammen mit der Lokomotive Nr. 4 erst die Beleuchtung einer Garnitur möglich, was für das Marktangebot „Tiroler Moonlight Steam – Dampfzug bei Nacht“ erforderlich ist.

Der Achsenausbau an den Personenwagen und die Revision des Bremszahnrades geht in einem. Im Bild das Bremshebelwerk am Personenwagen ohne das zur Bearbeitung anstehende Bremszahnrad. Ein Wagen nach dem anderen wird gemäß dem Arbeitsplan untersucht. Die großzügige Wagenhalle ist damit im Winter gleichzeitig eine ausgezeichnete Wagenwerkstätte. Beengte Platzverhältnisse gehören damit der Vergangenheit an.

Komplexe Drehteile fertigt der Betriebsleiter selbst. Die Verantwortung ist leichter zu tragen, wenn man Kernanforderungen im Maschinenbau selbst erfüllen kann. Stöckl geht dabei streng nach dem von ihm und mit dem Werkstättenleiter zusammengestellten Revisionsplan vor, in dem die Arbeitsanforderungen an allen Lokomotiven und Wagen der Achenseebahn fixiert sind. Der gesamte Arbeitsumfang ist mit dem Werkstättenleiter besprochen und wird gemeinsam mit der Mannschaft umgesetzt. Die Werkhalle wird damit als Lokomotivwerkstatt verwendet und die Wagenhalle ist im Winterhalbjahr zur Wagenwerkstätte mutiert.